Privates Wohnhaus mit KI
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Technik
Wenn das Haus mitdenkt: Smart Home mit KI-Agenten
Eine Smart-Home-Logik folgt in der Regel einem Schema: Wenn Bewegung, dann Licht. Wenn Uhrzeit X, dann Heizung an. Das funktioniert wunderbar, solange sich der Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner an Routinen hält. Doch wenn der Besuch länger bleibt, die Kinder krank zuhause sind oder die Familie ihren Kurztrip spontan verlängert, stoßen starre Automationen an ihre Grenzen. Sicherlich gibt es lernfähige Komponenten, doch diesen fehlt meist die Fähigkeit, über alle Gewerke hinweg vernetzt mitzudenken. Kann Künstliche Intelligenz helfen? In ihrem Einfamilienhaus in Kapfenhardt im Schwarzwald setzt eine Familie auf KI, um Ihr Smart Home flexibel und lernfähig zu gestalten.
Sechs Agenten für eine Familie
Statt einer einzelnen zentralen Logik baut sys.tec sechs spezialisierte Agenten auf: für Präsenz, Energie, Sicherheit, Heizung, Infrastruktur und Sprache. Jeder dieser Agenten hat somit ein klares Aufgabengebiet, alle teilen sich denselben Datenraum. Der Präsenz-Agent etwa kombiniert mehrere Signalquellen und erkennt nicht nur, ob jemand zuhause ist, sondern auch, in welchem Raum. Der Heizungs-Agent nutzt diese Information, statt stur nach Zeitplan zu arbeiten. Über allem steht der Orchestrator-Agent wie ein Supervisor im Hintergrund. Er erkennt Konflikte zwischen den Bereichen und schlägt Lösungen vor. Technische Anpassungen setzt sys.tec um, alltagsrelevante Änderungen geben die Bewohner selbst frei. Damit bleibt die Hoheit dort, wo sie hingehört: bei den Menschen im Haus.
KI im Haus – nicht in der Cloud
Moderne Gebäudeautomation mit KI ja, doch bitte datensicher: Diesem Wunsch trägt das Projekt Rechnung. Sys.tec implementiert daher keine Cloud-Lösung, sondern arbeitet mit lokalen Sprachassistenten. Alltagsbefehle, Sensordaten, Bewegungsprofile, Verbrauchswerte – alles läuft über ein lokales Sprachmodell direkt im Haus. Damit bleiben auch sensible Daten zum Leben der Familie im Gebäude. Komplexe Implementierungsschritte laufen lediglich während der Aufbauphase noch über leistungsfähigere Cloud-Modelle.
Testen tut gut
Neue Agenten gehen nicht direkt in den Produktivbetrieb. Sie laufen zunächst im Shadow Mode mit – sprich, sie dürfen Entscheidungen treffen und protokollieren, aber nicht ausführen. Erst wenn die Protokolle plausibel passen, schaltet sys.tec den Agenten frei und lässt ihn tatsächliche Aufgaben übernehmen.
Bestehendes nutzen statt ersetzen
Im Haus gab es bereits vor Projektbeginn eine Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher, Wallbox und Wärmepumpe – verbunden über ein Energiemanagementsystem, das diese Komponenten koordiniert. Der Energie-Agent greift hier nicht ein, sondern beobachtet: Er vergleicht die Entscheidungen des bestehenden Systems mit den dynamischen Strompreisen am Markt und meldet, wenn er Verbesserungspotenzial entdeckt. Dieses für sys.tec typische Prinzip zieht sich durch das ganze Projekt: vorhandene Technik bleibt, wo sie funktioniert.
Status und Ausblick
Aktuell befindet sich das System im Aufbau. Bis Ende 2026 sollen alle sechs Agenten Schritt für Schritt vom Shadow Mode in den Produktivbetrieb wechseln und vollständig lokal laufen. Die vierköpfige Familie gewinnt mit dem neuen System ein Zuhause, das intelligent reagiert und den Energieverbrauch mindert – ohne dass jemand Zeitpläne pflegt. Für sys.tec ist das Projekt zugleich ein Pilot: Die Erkenntnisse daraus werden sicherlich in Konzepte für weitere Gebäude einfließen.
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Kapfenhardt, Schwarzwald
2025 - 2026